Frohe Weihnachten liebe Familien und Freunde.Wir wuenschen Euch ein frohes Fest und einen guten Start in das Jahr 2008.

Auch hier ist weihnachtliche Stimmung, aber eben echt warm.
Fuer unsere Vorstellung macht die ganze Weihnachtsdekoration keinen Sinn, aber trotzdem werden wir an das Fest erinnert, und sind in Gedanken bei Euch.
Ein guter Ort um laenger zu verweilen ist ohne Zweifel Mui Ne. Nach 18 stuendiger Fahrt von Hoi An ueber Nha Trang ( wo wir nur 2 Stunden Aufenthalt hatten) nach Mui Ne waren wir heilfroh endlich angekommen zu sein. Nach alldem auspacken und einpacken sehnten wir uns mal laenger an einem Ort zu bleiben. Mui Ne war mal ein kleines Fischerdorf aber im Laufe der Zeit sind immer mehr Hotels, Gasthaeuser und Cafe's dazugekommen. Es gibt nur eine Strasse die durch Mui Ne fuehrt, die das Dorf in die Strand -bzw. in die Landseite teilt. Zuerst hatten wir einen kleinen Bungalow an der Strandseite, wo wir nachts nur das Rauschen des Meeres hoerten. Jedoch war das Resort etwas ausserhalb des " Zentrums". Obwohl ein Taxijeepfahrer uns angeblich ins "Zentrum" gefahren hat, wofuer er 50.000 dong kassierte. Spaeter stellten wir fest das es 1. total ueberteuert war und 2. auch nicht das Zentrum war. So ein Schlitzohr, aber man trifft sich immer zweimal im Leben... So kam es dann auch. Er fand das zu Anfang sehr lustig uns uebers Ohr gehauen zu haben, entschuldigte sich aber spaeter doch noch. Als kleine Geste konnten wir bei ihm Internet frei nutzen und manchmal gab es auch was zu essen.

Wir liehen uns Fahrraeder aus und erkundeten Mui Ne auf eigene Faust. Dabei kamen wir an einen fantastischen Strand, wo viele Kite- und Windsurfer ihren Sport trieben.
Wir verbrachten ein paar Tage mit faulenzen, Karten spielen, lesen, sonnen, Sonnenbrand kriegen, Kokosnussmilch trinken und in der Haengematte liegen. Jedoch, wurde uns dieses angenehme Rumhaengen etwas zu langweilig und wir mussten uns etwas einfallen lassen. Zwischen Oktober und Mai herrschen hier perfekte Windbedingungen, welche die Kite- und Windsurfer anlockt. Nach laengerem Ueberlegen waren wir uns einig und wollten das Kitesurfen lernen. Wir machten eine Schule ausfindig, in der unter anderem Sabine und Felix, unsere zukuenftigen Instructors ausbildeten. In dieser Strandhuette, in der die Schule unter

gebracht war, ging es ziemlich relaxed und cool zu. Wenn die Lehrer oder Schueler nichts zu tun hatten, sass man dort rum, hoerte Musik, ist cool und wartet darauf aufs Wasser zu gehen. Wir erwischten eine Zeit, in der wir ganz schoen oft cool in der Huette sitzen mussten, da es an genuegend Wind mangelte. Oder aber es war Wind da und keine passenden Kites. Wenn aber alle Bedingungen stimmen, macht es richtig Spass mit dem Kite und dem Bord aufs Wasser zu gehen. Nach dem kurs heisst es ueben, ueben, ueben. Die gelernten Fakten anwenden und dann hat man ziemlich schnell Erfolge. Die Lernkurve steigt bei diesem Sport recht schnell an, im Gegensatz zum Windsurfen, was laengere Zeit in Anspruch nimmt. Da wir zwecks der Entferung von unserem ersten Resort ins "Mellow", einer Kitesurferunterkunft, wechselten, bekamen wir einen herrlichen Einblick in das taegliche Leben der Surfer. Es ist eine kleine Gemeinschaft in der es sich in erster Linie ums Surfen dreht. Man erzaehlt sich welches Materiel zu welcher Bedingung passt, wie man welche Spruenge macht und ob der Wind heute gut war und wie er wohl morgen sein wird...

Manche Surfer bleiben die ganze Saison um zu Surfen oder um zu unterrichten und manche leben schon Jahre dort. Und dann sind da noch die Gelegenheitsurlauber, wie wir. Die "Alteingesessenen" Surfer haben Ihre ganz eigene Art und es ist schwierig in diese "Community" akzeptiert zu werden. In dieses "Level" kamen wir nicht. Deshalb bildeten wir eine Opposition mit Enda, einem Iren, der von seiner russischen Lehrerin hin und wieder auf russische Art zurechtgewiesen wurde. Und mit Knut, einem Norweger hatten wir unseren Spass und hingen zusammen ab.

Nach knapp zwei Wochen wollten wir etwas anderes sehen, ausserdem wuerde unser Visum am 24. 12. enden, sodass wir uns langsam auf den Weg Richtung Grenze machen mussten. Unser naechster Stop sollte Saigon (Ho Chi Min Stadt) sein. Hier kamen wir gegen Abend an und wir sahen den verruecktesten Verkehr, den man sich ueberhaupt vorstellen kann. Die haben hier ungefaehr 1 Milliarde Motorroller, die fast zur gleichen Zeit alle auf der Strasse sind. Sie fahren in die gleiche Richtung und wollen alle als erste am Ziel sein. Vietnamesen sind allesamt Renn-
fahrer und Michael Schumacher muesste sich

hier neu beweisen. Und die Hupe ist das meistbenutzte Teil am Fahrzeug.
Wir machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft und wurden auch schnell fuendig. In einer so riesigen Stadt wie Saigon, ist es nicht schwer das passende Hotelzimmer fuer sich zu finden. Danach wollten wir das hieseige Nachtleben erkunden. Wir kamen nicht weit, da wir an der naechsten Kreuzung Fruechte, guenstiges Bier und ein tolle Aussicht auf das Nachtleben dort bekamen. (v.l. Nicki, Heiko, Enda, Knut) Dort trafen wir auf Michael, ein Afrikaner. Eigentlich hat er Familie in Australien, aber hier in Saigon kann er als Englischlehrer

mehr Geld verdienen. Immermehr Freunde von Michael kamen vorbei und nannten ihn "my Master". Die meisten von Ihnen sind gebuertig aus Ghana, Nigeria oder Liberia. Nach ein paar Bier schlugen sie einen Locationwechsel vor und wir wechselten die Strassenseite. Dort gab es Reggea und noch mehr seiner Freunde.
Efe ist ein grosses Fussballtalent und spielt in einer hohen Liga in Vietnam. Er bat Heiko nach seiner Einschaetzung zur europaeischen Fussballclubsituation, und wie man am besten als Afrikaner in die dortige Liga einsteigen koennte. Leider war es fuer Heiko nicht ganz so einfach, dies zu beurteilen, da er keine Manager

erfahrung im europaeischen Fussball hat. Aber Heiko gab sein bestes und irgendwie war er zufrieden.
Am naechsten Tag stand Kultur an der Tagesordnung und wir erkundeten Saigon. Wie schon erwaehnt ist der Verkehr ganz schoen verruckt und auch mindestens eine Attraktion von Saigon. Denn allein die Ueberquerung einer Strasse war ein Abenteuer. Am besten man bewegt man sich in einem kontinuierlichen Tempo in den Verkehr hinein um zur anderen Strassenseite zu glangen. Man darf nicht zu schnell laufen und auch nicht zu langsam, denn die Motorrollerfahrer muessen sehen was dein

naechster Schritt ist. So funktioniert der Verkehr zwischen den Fahrzeugen und Fussgaengern einwandfrei.
Am Abend trafen wir wieder Knut und Enda, unserer coolen Surfkollegen ;-) und gingen zusammen essen. Wir erzaehlten von unserem gestrigen Abend und Enda glaubte zu wissen das wir uns mit der afrikanischen Mafia von Saigon getroffen haben. Hahahaha. Schon wieder Mafia. Vielleicht sollten wir uns ueberlegen als Autoschieber oder sonst einem kriminellen Geschaeft nachzugehen. Wir schlugen alle Vorwarnungen in den Wind und trafen uns erneut mit unseren "neuen Freunden" und

kamen in den erstklassigen Genuss afrikanischer Freestylemucke an der Strasse. Das war grosse Klasse.
Nach drei aufregenden Tagen in Saigon verabschiedeten wir uns von der Stadt, Knut, Enda und Michael und versuchten auf eigene Faust durch das Mekongdelta, per Boot, nach Pnom Phen zu gelangen.
(oben im Bild:vietnamesischer Flaechenstreicher)
Da wir schon einige geplante Touren mitgemacht hatten wollten wir unseren eigenen Gedanken folgen, und fanden eine eigene Verbindung zur naechsten Zwischenstation heraus. Mit dem Bus

ging es nach My Tho, was bis dahin auch kein Problem war. Als wir dort ankamen wurde unsere Geduld und unser Verstaendnis fuer vietnamesische Geschaeftstuechtigkeit auf eine harte Probe gestellt. Zuerst ging es per Motorroller zum Hafen, denn dort sollte eine Faehre ablegen, in Richtung Can Tho. Als wir am Hafen ankamen schauten wir in verstaendnislose Gesichter. Hier wurde uns gesagt das so etwas nicht moeglich sei. Unser naechster Plan war nun doch eine Tour zu buchen, aber auch das schlug fehl. Da diese Kleinstadt nur ueber ein Reisebuero verfuegte, in der man regionale Touren buchen konnte, nicht aber mit Ziel

Kambodscha. Wir waren schon etwas traurig, da wir uns vorgestellt hatten wie toll es sei gemuetlich durchs Delta zu schippern. Wir gaben uns geschlagen und wollten nur noch weg, da uns die ganze Infosammelei per Motorbike schon eine Stange Geld gekostet hatte. Also versuchten wir mit dem Bus nach Can Tho zu gelangen, einer Stadt zwischen Pnom Phen und My Tho. Aber auch hier ernteten wir nur ein muedes Laecheln, denn... hier gibt es keine Busstation! Waaaasss??? Was gibt es denn in dieser Stadt, nur Motorbikes die einen Haufen Geld kosten? Nein, wir koennen uns an die "Autobahn" stellen und auf einen Bus warten, der in unsere

Richtung faehrt, ihn heranwinken und so nach Can Tho zu kommen. Das ist doch was, wenn das die einzige Moeglichkeit ist, nichts wie hin, aber wie? Na mit dem Motorbike natuerlich. Wir waren also an dieser Autobahn und es kam der Bus. Toll, wie einfach sowas geht. Aber die Sache hatte, wie alles an dem Tag, einen Haken. Dieser Bus sollte 400.000 dong kosten, was ungefaehr dreimal soviel ist, wie ein Einheimischer bezahlt. Wir konnten ihn auf 300.000 dong herunterhandeln, doch darunter ging der Fahrer nicht. Und da uns nichts anderes uebrigblieb bezahlten wir, um dort wegzukommen, und fuhren los.

Am Abend kamen wir in Can Tho an und wurden nicht wie vereinbart im Zentrum herausgelssen, sondern 2 km ausserhalb. Aber es standen auf jedenfall Motorbikes zur Verfuegung! Wie so oft.
Als kleiner Lichtblick trafen wir am Abend einen Einheimischen, der uns fuer einen fairen Preis, die Wassermaerkte der Stadt am naechsten Morgen zeigte. Dann kamen wir doch noch in den Genuss durch kleine Kanaele zu schippern und den Einheimischen beim Handeln zuzuschauen. Das hat den ganzen Aerger wieder wett gemacht. Von Can Tho aus ging es nach Chau Doc, von wo wir ein Boot nach Pnom Phen nahmen. Hier werden wir Weihnachten verbringen.