Mittwoch, 22. Oktober 2008

Peru 2

Unser Inkatrail

Puno ist zwar ganz nett aber eigentlich wollen wir mal weiter. Jeden Tag gehen wir wieder zum Busbahnhof und fragen wann denn wieder ein Bus nach Cusco faehrt. Nach endlich drei Tagen sollen sie wieder fahren und wir nehmen den erstbesten. Nicole wird langsam nervoes, denn es sind nur noch sechs Tage bis zu ihrem Abflug von Lima nach Sao Paulo. Und wir wissen noch nicht ob auch auf dieser Strecke Blockeos sind.
Also steigen wir in unseren Bus am naechtsen Morgen und koennen es garnicht glauben das er wirklich abfaehrt. Endlich!
Doch leider kommen wir nicht sehr weit. Die Fahrt sollte eigentlich 7-8 Syunden dauern und wir stoppen aber nach 4 Stunden. Es gibt eine Blockade. Vor der Blockade stehen schon andere Busse und die Busfahrer verhandeln mit den Streikenden wann sie denn passieren koennten. Heute abend um sieben. Es ist gerade mal ein Uhr. Hmm. Aber es ist nichts zu machen. Wir muessen warten. Gluecklicherweise laesst man uns aber doch auf einmal um fuenf durch. Wir fahren einen Kilometer und kommen zur naechsten Blockade. Die Leute sagen vor heute Nacht ist nichts zu machen. Wieder warten. Aber man laesst uns nach zwei Stunden durch. Leider bringt uns auch das nicht viel. Nach ein paar Kilometern ist wieder eine Blockade. Die Groesste. Und hier sind die Menschen richtig aggressiv und lassen garnicht mit sich verhandeln. Sie schmeissen mit Steinen und beschmieren unseren Bus. Vor morgen frueh kommen wir nicht durch. Dann kursieren Geruechte das wir vielleicht heute nacht um zwoelf weiter koennen, andere sagen das sie nicht wissen wie lange die Leute hier streiken wollen. Vielleicht dauert es auch noch ein paar Tage. Ein Typ im Bus hat Kontakte nach Lima und organisiert einen Kleinbus fuer seine Reisegruppe. Sie koennen auf Umwegen nach Cusco kommen, aber die Riesenreisebusse eben nicht.
Also heisst es im Bus uebernachten. Das Gute ist wir lernten auf der Fahrt eine Deutsche kennen. Sie kommt aus Hannover. Wenn das mal kein Zeichen ist. Wir haben ihr gleich mal das Hannoverlied vorgesungen und die findet es natuerlich grossartig. Als es am naechsten Morgen daemmert, sehen wir Leute mit ihrem Gepaeck von der anderen Blockadenseite ruebermarschieren. Sie wollen die Busse tauschen. Als es immer heller wird, haben die meisten ihr Gepaeck auf dem Ruecken und machen sich auf zur naechsten Stadt, um vielleicht ein Minibus nach Cusco zu ordern. Die Strassensperre ist riesig. Ueberall liegen riesige Steine auf der Fahrbahn und Feuer gibt es auch. Als es sieben Uhr morgens ist, sieht es aus wie auf einer Voelkerwanderung. Die Leute aus Lima wollen alle nach Puno und nach La pAz und wir wollen nach Cusco. Hunderte von Menschen sind auf der Strasse. Die Busse sind leer. Wir fragen warum sie streiken und es gibt viele Gruende. Zum einen werden in Peru immer mehr amerikanische Produkte verkauft und auch noch so billig, das die einheimische Bevoelkerung keine Chance mehr hat ihre Sachen zu verkaufen. Ausserdem ist die jetzige Regierung wohl auch ziemlich korrupt. Das ist das was wir hoeren.
Wir laufen mit unseren Rucksaecke in die naechste Stadt, das waren schon ein paar Kilometer, und fragen uns zum Busbahnhof durch. Es gibt natuerlich keine Busse. Aber im naechsten Dorf. Also ordern wir ein kleines Minituktuk (die gibts hier auch, nicht nur in Asien) und wollten bis zum naechsten Dorf fahren. Der TukTukfahrer muss mehrmals einen anderen Weg suchen, denn die Strassen sind alle mit Steinen blockiert. Also wieder Rucksaecke auf und los. Bis zum naeschten Dorf. Zwischendurch ueberholen uns Laster, voll mit Menschen, wir sehen auch welche aus unserem Bus. Sie brettern einfach ueber die Steine oder fahren halsbrecherische Schlenker. Im naechsten Dorf gibts wieder kein Bus. Man erzaehlt uns das bis zum Dorf soundso die Strassen blockiert sind. Danach ist freie Bahn. Bis dahin ist es aber noch ganz schoen weit. Also organisieren wir wieder ein TukTuk und wollten bis zum naechsten Dorf fahren. Fuer die Einheimischen ist das hier ein Bombengeschaeft. Sie kassieren dreimal soviel wie sonst, und es gibt ja haufenweise Leute die weiterwollen. Unser TukTuk hat leider keine Bremsen deswegen werden wir oben auf einem Berg rausgelassen und die restlichen Kilometer muessen wir laufen. Bow, war das anstrengend. Auf dem Weg haelt ein Viehlaster und nimmt uns ein Stueck des Weges mit. Dann wieder laufen. Endlich im Dorf angekommen fragen wir nach einem Autotaxi und es gibt tatsaechlich grad eins. Wir fahren mit 9 Leuten und Gepaeck eine Alternativstrecke bis zur letzten Station der Blockeos. Unsere Mitfahrer sind Leute aus Cusco, die schon seit zwei Naechten in der Blockade feststeckten. Wir kamen an wunderschoenen Lagunen vorbei, und es war echt eine schoene Strecke. Insgesamt waren es 20 km. Spaeter hoerten wir das viele diese Strecke mit ihren Rucksaeckern komplett laufen mussten. In der Hitze und kein Taxi kam vorbei. Wir hatten echt Glueck. Der Taxifahrer laesst uns an einem Fluss mit einem Haeschen raus, und sagt, von hier fahren Minibusse nach Cusco. Und wie durch ein Wunder sassen wir tatsaechlich keine fuenf Minuten spaeter in einem Minibus nach Cusco. Wir hatten echt Schwein, nach 28 Stunden Fahrt und Wandern erreichten wir Cusco.
Da wir jetzt drei Tage in Puno festsassen und auch noch einen ganzen Tag auf dem Weg nach Cusco verloren haben, ist jetzt leider keine Zeit mehr den Inkatrail oder eine ALternativroute zu laufen. Was wir ja eigentlich machen wollten. Also mussten wir nun die schnellere und teurere Variante machen. Von Cusco fahren Busse ins Urumbambatal. Von da aus gings nach Ollantaybamba. Und dann mit dem teuren Zug bis nach Aquas Caliente. Diese Fahrt geht durch das heilige Tal und es ist herrlich. Die hohen Berge, Wasserfaelle und Fluesse. Es ist total schoen. Als wir in Aquas Caliente ankommen, kaufen wir gleichmal ein Eintrittsticket fuer den Machu Picchu (Quechua: alter Berg), denn sie lassen am Tag nur begrenzt Leute rein.
Am naechsten Tag hiess es dann um halb fuenf aufstehen und mit dem Bus hoch nach Machu Picchu. Wir sind einer der ersten, die die Anlage betreten, und wir hatten fuer ganz wenige Minuten die Aussicht auf Machu Picchu ganz fuer uns allein.
Man weiss leider immernoch nicht wofuer Machu Picchu eigentlich war. War es Zufluchtstaette als die Spanier kamen? Andere behaupten es war eine heilige Staette fuer Zeremonien und andere sagen die Anlage war nie ganz fertig gebaut und auch mitten in der Bauphase einfach verlassen worden. Sie waere jedoch autark gewesen, denn die Terrassen waeren zur landwirtschaftlichen Bebauung gedacht. Die Anlage ist vom Tal aus nicht einsehbar, aber von oben kann man das ganze Tal ueberblicken. Es ist also eine sehr gute und auch strategische Lage.
Da ist der Sonnentempel, in der Wissenschaftler das ganze Jahr damit beschaeftigt waren, den Verlauf der Sonne zu studieren. Ausserdem waren da noch der Koenigstempel und die Zeremoniebrunnen sowie den Wohn- und Handwerkerkomplex.
Hinter der Anlage schaut man auf einen Berg, den Wayna Picchu, auf dem der Mondtempel thront. Der Aufstieg ist relativ steil aber bestimmt sehr anstrengend aber man wird mit einer super Aussicht belohnt. Die Voegel fliegen um einen rum und Machu Picchu sieht ganz klein von hier oben aus.
Den Nachmittag verbrachten wir einfach liegend im Gras und alles auf uns wirkend in der Sonne.
Der eigentliche Abstieg ins Tal liess unsere Beinmuskeln zittern. Diesmal auch Heikos.

Und nun haben wir solchen Muskelkater das wir aufstoehnen wenn wir Treppen steigen oder runterlaufen muessen. Kostenlos dazu, haben wir Floehe, diesmal auch Heiko.Denn hier in Cusco laufen so viele Flotaxen herum, dass es leicht sich diese bekloppten Dinger zu holen.

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