Sucre, Tarabuco, La Paz und Coroico
Als wir in Sucre wieder ankommen, werden wir herzlichst empfangen, von Ingrid, Olga, Rufi und Elsa aus dem Kulturinstitut, die das Cafe Berlin fuehren. Dann sind da noch die zwei Maedels aus Argentinien die Ihren Schmuck auf der Plaza verkaufen. Schoen, wenn man nach so kurzer Zeit einen sozialen Kreis hat.
direkt vor unserer Unterkunft im GoetheinstitutBei Olga gabs jeden Mittag Schlampekuchen (Schlammkuchen) und wie sie sich immer gefreut hat wenn Heikol kam! Heikol und Nicol, das fand sie richtig witzig.
In Sucre sollte ja eigentlich unser Rueckflug nach Santa Cruz gehen, den wir aber kurzerhand nicht wahrnahmen, denn in Santa Cruz sind schon wieder Blockaden und Nicole hat sich entschieden nun doch ihren letzten Flug nach Hause zu nehmen. Und vorher will sie noch den Machu Pichu sehen, das heisst wir haben nicht mehr allzuviel Zeit. Bei den Entfernungen, und stundenlangen Busreisen, muss man sich fruehzeitig entscheiden in welche Richtung man faehrt.
Olga und IngridBevor wir aber Richtung La Paz aufbrechen, wollten wir nochmal nach Tarabuco. Das ist en kleines Dorf, mitten in den Bergen, in der Naehe von Sucre. Die Dorfbewohner der umliegenden Doerfer um

Tarabuco, kommen alle am Sonntag, um Waren zu tauschen, zu kaufen und um sich einfach das Neueste zu erzaehlen. Wir fahren schon am

Samstag nach Tarabuco, um mal zu sehen wie das Dorf ohne Markt aussieht und was da so los ist. Aber gerade an diesem Samstag ist eine Entrada, zu Ehren des Dorfheiligen. Fast alle Leute aus den umliegenden Doerfern tragen noch ihre traditionelle Tracht, was einfach schoen anzusehen ist.

Von Sucre wollten wir dann eigentlich nach Cochabamba, doch leider gabs keine freien Plaetze mehr und direkt nach La Paz auch nicht. Wir entschieden uns kurzerhand um und fuhren nach Oururo. Die erstmal 10 stuendige Busfahrt brachte uns morgens um fuenf nach Oururo und dann stiegen wir in den naechsten Bus nach
La Paz,

nochmal dreieinhalb Stunden. Wir waren ganz schoen im Eimer, als wir dann endlich im Hostal ankamen. Fuer den naechsten Tag buchten wir eine Tour, wir wollten mit dem Fahrrad die Todesstrasse runterfahren.

Am naechsten Morgen um 7.00 Uhr gings los. Wir starteten in 4700m Hoehe und fuhren die mal gefaehrlichste Strasse der Welt runter. Die Strasse ist so schmal das ein Auto problemlos fahren kann, aber der Fahrer muss trotzdem aufpassen auf Schnee und Naesse.

Und wenn dann noch ein anderes Auto von vorne kommt, und man es nicht rechtzeitig gesehen hat, muss man rueckwaerts wieder zurueckfahren, in eine kleine Ausbuchtung. Bei diesen Mannoevern sind schon viele Autos abgestuerzt. Im Jahr bis zu 200 Tote. Mittlerweile haben sie eine andere Umgehungsstrasse fuer den Verkehr La Paz-Coroico gebaut, und nur noch die Tourunternehmen mit den Fahrradfahrern duerfen

daruntersausen. Leider sind auch beim Fahrradfahren Leute die Schluchten runtergestuerzt, weil sie einfach zu schnell waren, es nass war usw.
Wir haben diese Tour echt genossen.

Es war toll endlich mal wieder auf einem Fahrrad zu sitzen, und man merkte wie es immer waermer wurde, um so naeher man nach Coroico, den Yungas kam. In den Yungas wird Coca angebaut.
Todesstrasse
die YungasIn Coroico haben wir in einer kleinen Lodge am Waldrand uebernachtet, von wo man einen fantastischen Blick ueber die Yungas hatte und wunderschoene Wege wandern kann, wenn man den Weg findet.

Leider hatte es auch geregnet, aber so ist es nun mal im Regenwald. Aber halb so schlimm, es war ja warm.

Wieder in La Paz angekommen, fuhren wir nach El ALto, wo die Ayamara leben. Evo Moralez ist auch ein Ayamara. Uebrigens sind ueberall im Lande, an den Haeusern, Sprueche aufgemalt, die zeigen wie sehr sie Ihren Praesidenten wollen, hinter ihm stehen und unterstuetzen. Natuerlich nur im Hochland.
junger Coca 
Wir gehen ueber den Markt in El Alto, halten hier und da an und fragen: "Was ist das?" oder "Fuer was benutzt ihr es..?" Die Ayamara sind ganz nette Leute, finden es amuesant was wir alles wissen wollen. Sie fragen, woher wir sind.. "Ah Alemania, que bien." Es ist so toll sich mit Ihnen unterhalten zu koennen. Nicole verschenkt noch ein Kuscheltier und Luftballons. Die Leute lieben uns. Als wir so weitergehen, startet gerade eine Demonstration. Wir fragen gegen was oder wen demonstriert wird. "Gegen Santa Cruz, die Criollos (Kreolen) und ueberhaupt..." Sie winken und fordern uns auf mit ihnen mitzugehen.
Demonstration Spontan gehen wir mit, und werden auch gleichmal fotografiert und werden wahrscheinlich in der Morgenzeitung von Bolivien zu sehen sein. Die Ayamara findens witzig, wir auch, aber dann fliegen Steine und wir hauen ab. Gottseidank ist nicht passiert.
(Exkurs: die indogene Bevoelkerung in den Anden heissen
Campesinos,
Criollos oder
Kreolen sind die in Lateinamerika geborenen Spanier und die
Cholos sind die Spanisch-Indogenen Mischlinge.)
Morgen werden wir Richtung Copacabana und Isla del Sol fahren und dann heisst es Abschied nehmen von diesem tollen Land.
typische Kleidung der Ayamara FrauenBolivien ist eine Reise wert!