Sonntag, 25. Mai 2008

Australien 2

Als es dann endlich losging waren wir schon traurig, denn wir hatten mit Jess und Simon eine tolle Zeit und auch mit den Leuten aus dem Hostel. Wenn man so 2 Monate irgendwo bleibt, ist schon irre, wie schnell man sich wieder daran gewoehnt sesshaft zu werden.
Aber jetzt sollte ja die Reise beginnen. Und als erstes haben wir die Great Ocean Road befahren mit seinen 12 Aposteln. Es sind nicht 12, es sind eigentlich viel mehr...

Great Ocean Road, 12 Apostel








                                                                                    Barossa Valley, Weinanbaugebiet

Wir freuten uns wie kleine Kinder, mit unserem neuen Auto rumzufahren, anzuhalten, weiterfahren... Anfangs noch etwas unbeholfen im Umgang mit dem Van, aber genau das macht ja den Reiz aus, bis eben alles seinen Platz hat.
Hier ist gerade Winter und es wird um sechs dunkel und spaetestens um neun waren wir im Bett, weil die ersten Naechte "kalt wie Hulle waren". Wir genossen es bei Sonnenaufgang zu fruehstuecken und bei Sonnenuntergang zu kochen bei einer Flasche Wein.
Nach anfaenglichen Schwierigkeiten mit dem Van, wir stiessen uns ein paarmal so richtig den Kopf an, wurden wir langsam Freunde und wir nennen ihn nun zaertlich unseren kleinen Mistkaefer.



so bewaessern sie ihre Felder















So sehr wir uns perfektionierten, entwickelten wir unsere Macken. Heiko schliesst bei jeder Gelegenheit den Van zu, Nicole ordnet wieder alles neu. Heiko will nachts eine Gardine vor seinem Fenster haben und Nicole will das die Klappe hinten aufgeht. (Sorry, das hoert sich bestimmt total bekloppt an.)
Naja, jedenfalls eines abends faehrt Heiko den Van so nah an einen Baum um es schoen dunkel bei seinem Fenster zu haben, aber die Klappe geht hinten nicht mehr auf. Nicole besteht auf ihre Klappe : "Du hast den Baum, ich will meine Klappe." Wir lachen uns in den Schlaf.














Auf den kilometerlangen Strassen, wenn jeder seinen Gedanken nachhing, Nicole ihr Buch list und Heiko die toten Tiere am Strassenrand zaehlt, erst dann wenn Heiko die Mitte der Strasse auf dem Rueckspiegel durch die Spiegelung seiner Sonnenbrille zu finden, kann man ahnen wie gross Australien ist.















So makaber es ist, die ersten Adler die Nicole gesehen hat, haben die ganzen Kaengeruhleichen am Strassenrand 
gefressen.

Sonnenuntergang in Coober Pedy, das ist die Opalstadt im Outback. (Coober Pedy ist Aboriginisprache und bedeutet "Weisser Mann im Loch)
Die Menschen leben dort unter der Erde, denn dort kann es im Sommer am Tag bis zu 65 Grad heiss werden und im Winter, nachts 30 Grad unter Null. Brrr...
Und sie graben natuerlich auch Unmengen an Loecher in die Erde um Opale zu finden. Die Gegend hat bis zu 3 Millionen Schaechte, also unter der Erde sieht es aus wie ein Schweizer Kaese.
In Cooper Pedy hatten wir auch unsere ersten Kontakte mit Aborigines. Da sind Shops wo die Kunst der Aborigines verkauft wird, und draussen liegen sie rum, sind betrunken und schnorren einen um nen Dollar an. Uns macht das traurig und nachdenklich. In der Welt wird die Kunst und Kultur der Aborigines ganz gross vermarktet und dann sieht man sie hier nur rumhaengen und sie sind zum Teil sehr verwahrlost . Auch die Kinder. So arm die Menschen in Asien waren, sie waren nicht so verwahrlost wie die Aborigines. Spricht man die Aussies darauf an, antworten sie "Wieso, die kriegen doch Stuetze vom Staat. Und die versaufen doch eh alles". Auf den ersten Blick sieht es vielleicht so aus, aber wenn dir alles genommen wurde, und man auch nicht besonders gut behandelt wurde ueber Jahre, kann man schon verstehen das sie resignieren. Die neue Regierung hat aber die ertsen Wege in die richtige Richtung gemacht und sich fuer das, was sie der Urbevoelkerung angetan hat, entschuldigt. Bekannt unter "Sorry Day".
Als die ersten Schiffe der Weissen nach Australien kamen, dachten die Aborigines es sei eine grosse Blume vom Meer... So friedlich waren sie..
(Coober Pedy)





































unendlich geradeaus


(Nicole liebt Kaengeruhs!)
(im "Wald der Giganten")














Nach 6500 km kommen wir bei Jan und Nadine, in Perth an der Westkueste, an.