Bolivien 5
Die Inkas, der Titicacasee und die Isla del Sol
Von unserem Hostal in La Paz fahren wir mit einem Collectivo zum Cementerio, dort sollen die Busse nach Copacabana abfahren. Als wir aussteigen wird uns auch gleich ein Busticket angboten. Das Panorama auf der Fahrt nach Copacabana ist eher karg und trocken. Am Horizont sieht man die schneebedeckten 6000er.
Der Titicacasee soll der hoechste schiffbare See sein, er liegt auf 3820m und ist mit seinem saphirblauen Wasser einfach herrlich anzuschauen, inmitten der kargen Berge des Altiplano. Um den Titicacasee liegen die traditionellen Ayamara Doerfer, die Frauen dort haben etwas andere Roecke und Huete als die Quechua Frauen. Das, und die sagenumwobene Geschichte der Inkas zogen uns in ihren Bann.
Als wir abends in Copacabana ankamen, sahen wir gerade noch den blutroten Sonnenuntergang der den See in eine mystische Stimmung versetzte. Ein Junge kam auf uns zu, ob wir schon eine Unterkunft haetten. "Nein, noch nicht." Wir gehen mit ihm, und bekommen eine billige Unterkunft bei seiner Familie, und ein seit langem richtig gutem Bett. Wir schlafen wie die Babys. Das war auch gut so, denn am naechsten Morgen wollten wir 18km von Copacabana nach Yampupata wandern.
In Yampupata setzten wir dann mit einem kleinen Fischerboot auf die Isla del Sol ueber. Die Insel soll ja der legendaere Ort sein wo die Inkas erschaffen worden und nach der Inkamythologie auch die Sonne. Auf der kleineren Insel, Isla del Luna, sollen einst die Jungfrauen der Sonne gewohnt haben.
Auf der Isla del Sol angekommen muessen wir dann die Inkatreppe hochlaufen, die mir, Nicole, den Rest gegeben hat. Endlich oben angekommen wollte ich nur noch essen und mich ausruhen. Wir assen Trucha, das ist der einheimische Fisch aus dem See. Eine Art Forelle und schauten uns den Sonnenuntergang an.
Am naechsten Tag sind wir dann vom Suedende ans Nordende gelaufen, um uns die Inkaruinen anzusehen, die Staette des heiligen Felsens, da wo die Schoepfungslegende ihren Ursprung hat. Auf dem Rueckweg zur Faehranlegestelle kommen wir wieder an kleinen Doerfern vorbei. Die Dorfbeowhner treiben ihre Esel vor sich her und wir muessen aufpassen nicht in die Esel-, Lama- oder Schafscheisse zu treten.
Nun sind es nur noch 3 Stunden bis zu unserer Abreise nach Peru, und unsere Faehre kommt gerade 20 Minuten vor Abfahrt wieder in Copacabana an. Am Bus erklaert man uns das es heute keinen Bus nach Cusco gaebe, nur bis nach Puno. Auch die Campesinos in Peru demonstrieren gegen ihre Kreolenregierung. Wir hoffen das wir morgen weiter koennen, denn Machu Pichu wartet auf uns.
Bolivien ist wohl das urspruenglichste Land mit seiner fast 60% indogenen Bevoelkerung. Man bekommt hier einen tollen Einblick wie es vielleicht mal zu Inkaszeiten war.
Ein absolutes Highlight ist die Webkunst. In ganz Suedamerika wird diese Kunst verkauft, aber sie kommt aus Bolivien und Peru. Diese Kunst war fast ausgestorben, doch die Campesinos haben sie wieder aufleben lassen und diese Kunst muss man honorieren. Leider gibt es viele Touristen die echte Alpacawolle fuer einen Spottpreis haben wollen. Das fuehrt dazu das manche Firmen in China produzieren lassen und sie dann den Touristen als echt Alpacawolle verkaufen. Die Touristen haben dann das Gefuehl ein echtes Schnaeppchen gemacht zu haben. Das widerum bedeutet das ein Handwerk den Boden verliert und viele Menschen ihren Beruf und ihre Nahrungsgrundlage fuer ihre Familie.
Was uns hier klargeworden ist: wir muessen unser Konsumverhalten aendern! Echte Handwerkskunst und Handarbeit hat ihren Preis und der muss bezahlt werden. Wenn man bedenkt das manche Familien 500 Bolvianos verdienen, das sind 50 Euro im Monat!
Viele schimpfen auf China weil sie solche Umweltverschmutzer sind, aber wer laesst dort produzieren, wer will alles schoen billig? Doch wir, die westliche Welt. Die die das Geld haben. Und wenn es eines Tages zu Umweltkatastrophen kommt und wir Wassermangel haben, dann sind die ersten Menschen die darunter leiden werden, die armen Menschen, die die in den Bergen leben. Die die ihr Wasser von den Baechen bekommen, weil sie kein Geld haben sich eine Wasserleitung zu legen. Wir jedoch werden uns einfach Wasser einkaufen, dabei haben wir mit unseren industriellen Machenschaften erst alles in die Wege geleitet.
Eins ist klar: wir muessen umdenken. Wir leben auf Kosten anderer!
Nach nun 49 Tagen sagen wir wehmuetig "Auf Wiedersehen Bolivien"
Kosten, mit allem: Hinflug von Chile, Flug von Santa Cruz nach Sucre, 3 woechiger Sprachkurs mit einer etwas elitaeren Unterkunft, Essen und alles was man zum Leben so braucht haben wir 25 Euro pro Tag/ pro Person ausgegeben.

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