Die andere Nicole kommt aus der Schweiz und reist mit Matthias, die wir auf der letzten Busfahrt kennenlernten.
Als der Bus dann kam, bemerkten wir schon beim Einladen unseres Gepaecks, das auch dieser Bus schon reichlich an Travellern bei sich hatte, die aber nicht auszusteigen schienen. Endlich

drinnen, wurden uns freundlich Plastikstuehle gereicht, die dann wieder in der Mitte aufgestellt wurden. Und so ging es dann los, und es versprach eine angenehme Fahrt zu werden. Nach ungefaehr der Haelfte der Fahrt machten wir zum erstenmal Rast, was die Fahrt in "angenehm" und "ganz schoen krass" teilen sollte. Wir stiegen also alle wieder ein und schon nach der ersten Rechtskurve wurde die Strasse rot, erdig und unglaublich staubig. Das heisst, es wurde so staubig, dass die ganze aufgewirbelte Erde hinter der letzten Sitzreihe in den Bus hineindrueckte, sodass wir kurze Zeit spaeter von roter Erde umnebelt wurden. Was nun tun?

Der Busbegleiter hatte die umwerfende Idee, wir sollten doch mal das Fenster aufmachen, damit der Staub abziehen koenne. Und es half tatsaechlich. Nachdem sich der Nebel gelichtet hatte, wurde die Strasse immer schlechter. Riesenkrater schienen in der Strasse zu sein, die wenn man durchfuhr und in der hintersten Reihe sass, dich an die Decke katapultieren konnte. In regelmaessigen Abstaenden ueberquerten wir auch Bruecken, die manchmal nur aus ein paar Brettern bestanden, und man sich zwangslaeufig fragte: Haelt das ueberhaupt den Bus aus? Es hielt. Nach 6 Stunden Abenteuer und mueden Hintern kamen wir in Rattanikiri an. Alles war mit rotem Staub bedeckt. Autos, Baeume, Haeuser und selbst in den Haeusern war der rote Staub. So muss man sich im Wilden Westen fuehlen oder vielleicht auch in Australien, im Outback? Wir werden sehen! Mit Matthias und Nicole wollten wir hier eine Tour machen und besprachen das erstmal bei einem Bier in einer Wildwestkneipe. Die Wildwestkneipe war

eigentlich eine Bretterbude, aber das Essen war spitze und zur Begruessung gibt es immer erstmal Bier. Es muss ja so sein, da sind Falangs, die trinken bestimmt Bier. Die Bedienungen, die den ganzen Tag in gebluemten Schlafanzuegen herumliefen, sorgten dafuer, dass es nicht ausging. In der Umgebung von Banlung, der "Hauptstadt" von Rattanikiri, gibt es viele Kautschukfarmen, also Kautschukbaeume die "angezapft" werden. Das heisst, unmittelbar nach dem Schnitt in die Rinde fliesst der weisse Milchsaft in unten aufgestellt Schale.
Jede Menge Wasserfaelle gibt es hier, und hier leben die Krun, eine Minderheit, die wir besuchen

wollen. Als wir das Dorf erreichten, stampften gerade zwei Krunfrauen mit einem Holzmoerser Reis. Sie loesen so die Spreu vom Korn. Danach werfen sie alles in die Luft und der Wind pustet die Spreu davon. Uns schien es ganz schoen anstrengend wie die Frauen so stampften. Unser Guide erklaerte uns, das die Hauptarbeit der Krun die Frauen machen, und die Maenner eigentlich zum Jagen gehen und auf dem Feld mithelfen. Die Krun leben in Ihrer gesamten Sippe zusammen, mit anderen Sippen im Dorf. Sobald die Maedchen Ihre Menstruation bekommen, wird fuer sie ein eigenes "Haus" (Bambushuette) gebaut, indem sie fortan leben, bis sie heiraten. Frueher war dies auch Brauch bei den Jungen, wenn sie im Stimmbruch, also in die Pubertaet kamen, aber mittlerweile tun es nur noch die Maedchen. Die Haeuser sind sehr einfach, manchmal auf Stelzen ( die Huetten der Maedchen sind ca. 2- 3m ueber dem Boden), mit Bambuswaenden. Die Feuerstelle ist meistens ausser Haus. Im Haus wird nur geschlafen.

Nicht weit vom Dorf entfernt war eine Schule, die von einer der unzaehligen Organisationen ins Leben gerufen wurde. Hier hatte man die Moeglichkeit mit den Kindern zu sprechen und manche von Ihnen, sprachen verblueffend gut Englisch. Einer von Ihnen wollte Arzt werden, ein anderer Ingenieur. Diese Organisationen helfen, das es in Kambodscha wieder moeglich ist, Aerzte und andere wichtige Berufe heranzubilden. Manche leben weit weg von Ihrem zu Hause, weil es bei Ihnen keine Schule gibt, oder keine gefoerderte Schule. Die Schueler fuehrten uns in Ihre Klassenraeume und erklaerten uns, in was sie gerade Unterricht bekamen.
Anschliessend fuhren wir zu einem Vulkansee, der absolut idyllisch war. Mit unserem Guide tranken wir ein Gemisch
aus vergorenen Palmblaettern und Reis, das 3 Monate in einem Tonkrug ruhen muss. Es wird von den Krun hergestellt und nur sie wissen wie man es herstellt. Bevor man trinkt muss man Wasser hineinschuetten, damit sich

der Alkohol und das vergorene Etwas loest und sich vermischt. Dann wird es mit Strohhalmen aus Bambus getrunken... Es schmeckt etwas suesslich aber auch etwas vergoren und leicht modrig, ganz lecker eigentlich. Danach gingen wir wieder zu unseren gebluemten Bedienungen.
Am naechsten Tag wollten wir ein Dschungeltrekking machen, und zu Anfang mussten wir erstmal lernen wie man mit einer Armbrust umging, fuer den Fall der Faelle... Jeder musste mal auf eine Colabuechse schiessen, die sich aber nicht bewegte. Die Spitze der Pfeile war mit Gift versehen. Na Gottseidank...
Wir kamen an Cashewnutplantagen und trockenen Reis- und Zuckerrohrfeldern vorbei. Es ging quer durch den Dschungel, aber kein Tier begegnete uns, nur die beiden Hunde unseres Guides waren dabei. Naja, anstrengend war es allemal und wir waren echt froh wieder im Dorf angekommen zu sein.
Die Fahrt am naechsten Tag zur Grenze war dann ein

leichtes, da wir ja schon richtige "Cowboys" waren. Der rote Staub konnte uns nichts mehr anhaben.
In Stung Treng mussten wir den Bus wechseln und nun sollte es an die laotische Grenze gehen. Eigentlich muss man in Stung Treng mit einer Faehre den Mekong ueberqueren, um weiterzufahren, aber unser Fahrer hatte die grandiose Idee, die gerade fertiggewordene Bruecke zu nehmen. Leider hatte jemand den Schluessel von der Schranke verbaselt. Tja was macht man in einem solchen Fall. Ein Polizist war auch da, und der meinte wir sollten erstmal einen Mekongwhiskey trinken. Dann wird das schon.

Unser Busfahrer konnte kein Englisch aber er kannte jemanden, und den rief er einfach an. Dieser Jemand uebersetzte uns, das wir ueber die Bruecke laufen sollten. Auf der anderen Seite kaeme dann ein anderer Bus. Hmm... wir beratschlagten uns mit den anderen Travellern. und die Franzosen waren sehr misstrauisch. Was wenn kein Bus kommt? Wir haben fuer das Ticket bezahlt!
Aber uns blieb ja nichts anderes uebrig. Auf der anderen Seite war tatsaechlich kein Bus. Aber da war ein Waerter und der erklaerte uns auf Deutsch! das bald ein Bus kaeme. Wir sollten uns einfach gedulden. Der Bus haette eine Panne, weil

der Fahrer vergessen hatte zu tanken. So spielten wir Karten und irgendwann kam der Bus...

<< Startseite