Donnerstag, 3. Januar 2008

Cambodia 1

23.12.2007-11.01.2008

Same same - but different

Nach 9 Stunden auf dem Boot und im Bus erreichten wir Phnom Phen. Reisen ist ganz schoen anstrengend. Aber die Betonung liegt auf schoen. Einen Tag nach unser Einreise war dann Heiligabend. Unser Weihnachtsfest war sehr ruhig. Zur Feier des Tages goennten wir uns einen Pfannkuchen mit Vanilleis und Schokososse.
Phnom Phen gefaellt uns richtig gut, mit seinen breiten Alleen und seiner Kollonialarchitektur. In ganz Suedostasien merkt man das hier mal die Franzosen waren ;-).
Ein TukTuk Fahrer war uns bei der Suche eines Hotels behilflich und so machten wir fuer den naechsten Tag eine Stadtrundfahrt in seinem TukTuk aus. Wir besuchten den Centralmarkt und den Kaiserpalast. Waren mittags in seinem Lieblingscafe Kaffee trinken und hatten auch sonst eine Menge Spass mit ihm. "Cambodian Hospitality" war sein Leitsatz. Einmal mussten wir an den Strassenrand fahren, weil die Polizei dort stand. Und wie der Zufall es so wollte fuhr wenige Minuten spaeter der Koenig von Kambodscha an uns vorbei. Er winkte, und wir winkten zurueck. Wenn das mal keine
Begruessung ist. Aber unser TukTuk Fahrer
mag ihn nicht besonders, denn er macht nicht viel fuer die armen Leute.
Eigentlich sollten noch 2007 die Roten Khmer Prozesse stattfinden, doch es kam nicht dazu. Am 25.12. war dazu eine Demonstration von ca. 100 Moenchen in der Innenstadt von Phnom Phen, aber wir bekamen das erst viel spaeter mit. Die Menschen sagen das die Prozesse wohl erst stattfinden werden, wenn die Fuehrer der Roten Khmer tot seien.
Nicht nur einmal hoerten wir das Wort "Marionettenkoenig".
Als Tourist bekommt man nicht viel von der
Politik mit, aber man sagt das System sei korrupt.
Die Gesellschaftsunterschiede sind krass. Ein paar Superreiche und viele arme Menschen. Aber trotzdem wirken sie zufrieden. Sie so warmherzig das einem selbst das Herz aufgeht.
(Bild oben: ueberall Schneider und Schneiderinnen an der Strasse oder im Marktgebaeude)
In dem Viertel wo unser Hotel liegt, gibt es ein kleines Restaurant, das eine excellente Kueche hat. Das Lieblingsgericht von Heiko ist "Amok". Fisch mit Curry und Zitronengras.
Oder doch die kambodschanische Nudelsuppe am Morgen? Schwer zu sagen. Das Essen ist jedenfalls super.
Am Abend kommen viele Kinder um Buecher zu verkaufen, manche sind nicht mal
10 Jahre alt. Sie gehen nicht zur Schule denn ihreFamilien sind so arm das sie mithelfen muessen, damit alle was zu Essen haben. In Kambodscha muessen die Familien die Schule selbst zahlen, nicht der Staat. Es gibt zwar gestiftete Schulen, aber nicht alle Kinder haben das Glueck dorthin zu gehen. Immer wenn dann etwas Geld uebrig ist, gehen sie dann einen Tag zur Schule.
(Bild oben: die Empfangshalle das Koenigs)
Unser TukTuk Fahrer oder auch Mr. Banana genannt, ist stadtbekannt und er hat sogar ein
paar Freunde die gerade ein Guesthouse in Siam Reap eroeffnen. Wir koennten die ersten Gaeste sein. Am 27.12. machten wir uns auf den Weg nach Saim Reap. Alles klappte wie am Schnuerchen und wir waren wirklich die ersten Gaeste. Siam Reap ist eher eine kleine Stadt und fuer die Touristen in den letzten Jahren enorm gewachsen und verschoenert worden. Eben westlich angepasst. Hier reisen die meisten Touristen hin, um die Angkor Tempel anzuschauen. Die naechsten Tage verbringen auch wir in den Angkor Anlagen. Ein riesiges Areal wo ueber die Jahrhunderte Tempel erbaut wurden. Manche von ihnen waren einst Koenigssitze,
spaeter einem Gott oder einer Goettin geweiht. Eine zeitlang total vergessen und der Natur ueberlassen, schliesslich wiederentdeckt, wieder vergessen und so weiter. Die Roten Khmer verschanzten sich hier, anderen Menschen diente es als Zufluchtsort. Man sagt im Krieg haben die Soldaten die Koepfe der Statuen geklaut oder Reliefs herausgehauen, um sie dann nach Uebersee zu schaffen, denn jenseits der Grenze kuemmerte es niemanden mehr, es brachte einfach gutes Geld.
Trotz allem tut das der Erhabenheit dieser Tempel keinen Abbruch und es ist fast mystisch durch diese Anlagen zu wandeln. Denn die Natur
hat sich im Laufe der Zeit zurueckgeholt was ihr gehoert.
Ueberall in den Anlagen sind Kinder, die entweder Stoffe, T-Shirts, Hosen, Armreifen oder kalte Getraenke verkaufen. Sie laufen auf dich zu und rufen "Hello. Buy one. Only one dollar.""No, i have one." "Buy a different one. Same same, but different.""No, I don't need more." "Maybe tomorrow, you promise."
Am naechsten Tag deckten wir uns mit Heften und Buntstiften ein. Immer wenn jetzt ein Kind kam, schenkten wir Ihnen je ein Heft und Buntstifte. Sie freuten sich so sehr und vielleicht, fuer eine Minute, vergassen sie das sie arbeiten
muessen.
Wir verbrachten eine laengere Zeit in Siam Reap, da wir noch auf unser Visa fuer Laos warten mussten. Wir erkundeten die Umgebung per Fahrrad, was manchmal schweisstreibend und zu Sonnenbraenden fuehrte. In der Naehe von Siam Reap ist der groesste Suesswassersee Suedostasiens und unverzichtbare Nahrungsquelle fuer viele Kambodschaner. Ausserdem ass Heiko zu hauf frische Fruehlingsrollen und Nicole trank eine Menge Kokosnussmilch.
Als wir dann endlich unser Visa hatten fuhren wir nach Kompong Cham, weil wir dachten von dort koenne man mit dem Schiff nach Laos einreisen. Aber Fehlanzeige. Das geht schon seit 2 Jahren nicht mehr. Kompang Cham ist noch recht
urspruenglich, es war ganz schoen auch mal ein Stadt zu sehen die noch nicht ganz dem westlichen Stil angepasst war. Am naechsten Tag nahmen wir den Bus nach Kratie.
Wir reisen die ganze Zeit am Mekong entlang und man bekommt einen ganz guten Eindruck wie wichtig der Mekong fuer die Menschen und Tiere hier ist. Er ist Nahrungsquelle, Wasch- und Lebensraum.
In Kratie mieteten wir uns ein Motorbike und fuhren in die umliegenden Doerfer. Man kann dort auch die seltenen Irrawaddy Delphine beobachten. Wir hatten Glueck ein paar von ihnen zu sehen, aber fuer ein Foto war es zu spaet. Auf unserem gesamten Weg wurden wir von den Kindern der Doerfer begruesst. "Hello" rufen sie und winken. Das war ein wunderschoener Tag.
(Bild oben: das Suedtor zu Angkor Thom)
Eigentlich wollten wir weiter nach Laos reisen, doch wir entschieden uns doch noch in ein etwas abgelegeneres Gebiet in den Nordosten zu reisen. Rattanakiri. Aber das kommt spaeter!


(typischer Markt in Asien)

die Kinder aus den Doerfern die immer rufen und zuwinken