Australien 7
Ein kleines Resume'
Nach einer 12 Stunden Fahrt mit dem Zug kommen wir in Sydeny an. Damals sind wir von hier aus nach Melbourne aufgebrochen. Auch im Zug. Wie die Aborigines sagen wuerden: "Gute Dinge brauchen der Wiederholung".
Wie die meisten von euch wissen, haben wir versucht unseren Van, erst in Cairns und dann in Brisbane, zu verkaufen. Das hatte nach schon drei Tagen geklappt. Ein aelteres Ehepaar aus Frankfurt haben unseren Mistkaefer gekauft. Die beiden kennenzulernen war echt ein Segen. Die beiden sind schon seit 1993 auf ihrem Segelboot auf der Welt unterwegs. Jetzt wollen sie mal auf dem Land ein paar Strecken zuruecklegen. Einfach toll was die beiden zu erzaehlen hatten.
Danach haben wir in einem kleinen Hostel eingescheckt, echt suess, absolut sauber und familiaer. "Aussi Way" ist sein Name.
Dort hatten wir ein paar grossartige Tage mit Jenni, Daniela, Christian, Rene und Carlos.
Nach einigem Hin-und Herueberlegen haben wir uns gemeinsam entschiedden unsere Fluege nochmals umzubuchen. Wir fliegen jetzt am 19. August nach Santiago de Chile!!!!!!!!!
Am letzten Freitag waren wir nochmal als kroenenden Abschluss in der Oper von Sydney bei "Don Giovanni". Die Oper hat innen nur eine Groesse von der in Karlsruhe, sagt Heiko. Ich kenn mich da nicht so aus, aber Heiko hat schon bessere Darstellungen gesehen. Mir hats richtig gut gefallen!
Unsere Zeit hier in Australien ist nun vorueber und deshalb ein kleines Resume'.
Australien ist gross und hat unendliche Weiten. Die Natur ist wunderschoen und man kann sich hier auch der Natur auch noch ganz nah und verbunden fuehlen. Mit Lagerfeuer unterm gigantischen Sternenhimmel und der freiumherlaufenden bzw. springenden Tiere.
Der Australier ist sportbegeistert, freundlich und sorglos und unheimlich stolz auf sein Land.
Mit was fuer Vorstellungen kommt man nach Australien? Eine Backpackermetropole bei der man sich mit Arbeiten das Reisen finanzieren kann. Und einfach mit dem Auto, ob Campervan, Stationwagon oder 4WD (FourWheelDrive) durch Australien fahren kann. Ein riesiger Spielplatz. Hoert sich traumhaft an. Und dann die Kunst der Aboriginals. Die ist ja weltbekannt und Aushaengeschild. Oft mehr bekannt als die Kunst von Australiern selbst.
Also erstmal muss man einen Job finden. Da braucht man einen Lebenslauf. Und da muss am besten draufstehen das du schon ne Menge Erfahrungen hast in dem Job fuer den du dich bewirbst. Auch wenns nicht stimmt. Aber "No worries".
Wenn du dich aber fuer einen Job bewirbst in deinem Berufszweig, musst du Kurse belegen und das kann lange dauern, sehr kostspielig werden und ob du dann einen Job bekommst, ist auch noch fragwuerdig. Also machst du als Backpacker oft so Arbeit wie Autos putzen, Fruit picken, Tueren auf und zuschieben, putzen in Hotels, kellnern oder stehst am Fliessband in einer Fabrik.
Selbst um Kaffee zu machen in einem Cafe muss man einen Kurs machen. Aber wenn du als Krankenschwester arbeiten willst genuegt dein Zeugnis, nicht uebersetzt, oder jemand aus Deutschland ruft an und bestaetigt das du schon mal im sozialen Bereich gearbeitet hast. Allerdings geht es hier um Menschenleben. Wo da der Sinn ist, ist uns nicht ganz klar.
Wenn man laenger hier in Australien bleiben will, ist es einfacher an Jobs mit hoeherer Qualifizierung zu kommen. Dann kauft man sich einfach eine Rolle und ist Maler. So siehts dann auch aus. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ziemlich einfach ist es auf dem Lande eine der Fruitpicking Jobs zu bekommen. Saison ist ueberall mal und gepflueckt muss auch werden. Da kann es dich hart treffen, bei 40 Grad in der Sonne ohne Schatten. Und Verbrennungen kann man sich auch zuziehen. Aber der Zusammenhalt in den Fruitpickinghostels soll grossartig sein. Man sitzt ja im selben Boot. Alle die ein 2. Jahr hierbleiben oder die Moeglichkeit offen halten wollen, gehen 3 Monate Fruitpicken oder machen sonst irgendeine Art Farmarbeit. Allerdings muss man sich auch den einen oder anderen rauen Ton der Farmbesitzer gefallen lassen oder sich wie in alten Roemerzeiten sich wie ein Sklave antreiben lassen. Backpacker machen einen grossen Wirtschaftszweig in Australien aus, der nicht mehr wegzudenken ist. Jede Art von Fruechten oder Gemuese wird von Backpackern gepflueckt. Es sind ja auch immer welche da. Ob Backpacker oder Fruechte. Sie gehoeren wohl zusammen.
Manchmal frage ich mich wie sich die Polen oder Tschechen sich bei uns vorkommen. Viele von ihnen machen bei uns die Arbeiten fuer die wir Deutschen uns schon lange zu bequem sind.
Wenn man sich dann von seiner sauerverdienten Kohle ein Auto kaufen will, muss man aufpassen sich nicht von einen der Backpacker uebers Ohr hauen zu lassen. Da wird einem alles moegliche verschwiegen. Hauptsache das Auto geht weg. Auch wir mussten unser Lehrgeld zahlen. Hey, aber schliesslich sind wir in Australien und da kriegt man Abenteuer umsonst dazu. Oder wie der Australier sagen wuerde "No worries".
Mit "No worries" kann man hier fast alle Probleme loesen.
Wenn du in ein Geschaeft gehst und ein paar Informationen haben willst, kann es sein das der jenige garnicht wusste das sie dieses Produkt fuehren. Wenn ja, viel darueber wissen tun sie nicht. Man muss also Glueck haben. Gaengige Antwort ist dann "I don't know actually". oder "No worries".
Auch mal schnell den Oelwechsel hinterm Haus machen und dabei das Oel einfach in den Rasen ablaufen zu lassen: Ich sach ma "No worries" (zug.: keine Sorge, wir haben das nicht gemacht).
Man kann hier auch einfach mit unangemeldetem Auto durch Australien fahren, auch das ist nicht so schlimm: Da sach ich ma "I don't care."
Wenn irgendwo ein Schild steht 'Camping nicht gestattet' kann man doch mal draueber hinwegsehen. Die Polizei gibt dir sogar Tipps wo du noch stehen kannst. Das ist echt "not to bad". Die Polizei ist hier wirklich dein Freund und Helfer! Das fanden wir richtig toll!
Eine andere Floskel ist "How are You?" Eine schoene Art ein kleinen SmalTalk anzufangen. Am Anfang dachten wir 'Mensch die wollen alle wissen wie es uns geht. Die sind aber freundlich'. Aber es ist nur eine Floskel. Eine andere Art 'Hallo' zu sagen. Veilleicht wie bei uns 'Gruess Gott'. Allerdings verliert die eigentliche Frage an Bedeutung. Vielleicht sind wir zu deutsch fuer Australien. Zusehr daran interessiert eben nicht alles nur hinzunehmen mit "No Worries", und wenn wir jemanden fragen wie es einem geht dann wollen wir es auch wissen. Auch wenn wir damit eine Unterhaltung beginnen moechten.
Aber gut, es ist eben eine andere Kultur.
Welche Kultur eigentlich, die von den Englaendern oder so? Nein, nein die Aussies haben schon ihre eigene. Eine die 250 Jahre alt ist. Hier leben soviele Menschen aus verschiedenen Kulturen das hier der Begriff Multikulturismus entstanden ist.
Doch halt mal, Australien hat eine viel aeltere Kultur. Die der Aboriginals, der Ureinwohner! Ja das vergessen die meisten. Der australische Rentner ist stolz auf sein Australien. Er hat es mit aufgebaut und die 'Blackfellar', wie die Aboriginals hier genannt werden, haben garnichts dazu beigetragen. Die versaufen doch nur das Geld der Regierung.(Wer allerding hat den Alkohol hierhergebracht?) Aber das diesen Leuten so einiges zugemutet wurde, muss man auch mal beruecksichtigen. Bis 1969 (das ist die offizielle Zahl, eigentlich ging es bis in die 80iger Jahre) wurden den Aboriginalfamilien einfach ihre Kinder weggenommen. Das ist nicht einfach so zu vergessen. So z. B. auch Balang, er wurde seiner Familie entrissen als er drei Jahre alt war. Er wurde in ein Heim gesteckt und musste 'den weissen Weg' lernen, mit Schule und so weiter. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, seine Mutter hat er vor drei Jahren wiedergefunden.
Zudem sind die Aborigines richtige Sprachgenies. Frueher, als noch bis zu 300verschiedene Sprachen unter den Aborigines gesprochen wurde, haben sie mindestens 7Sprachen gesprochen. Die ihrer Nachbarn. Jetzt sind es aufgrund der Dezimierung der Aborigines, und teilweise Vergessen der Kultur, nur noch 4 grosse Sprachfamilien. Aber die spricht er auch und dann noch Englisch.
In den australischen, staatlichen Schulen wird entweder Spanisch, Deutsch oder Japanisch als Fremdsprache angeboten. Aber nur ein Jahr lang. Die meisten die es sich leisten koennen, schicken ihre Kinder auf Privatschulen. Ich frage mich aber, warum lernt man nicht die Sprache des Volkes das dort angesiedelt ist, wo man selbst auch lebt? Man wuerde die Sprache seiner Nachbarn lernen. Versuchen koennte man es.
Ihr seht, Australien hat in uns sehr wiederspruechlich Gefuehle hervorgerufen. Es ist nicht alles Gold was glaenzt. 'The place to be' ist es auf jeden Fall nicht fuer uns.
Australien erinnert uns sehr an Europa. Es ist einfach sehr aehnlcih und doch auch wieder nicht. Es ist eben sehr europaeisch. Sie orientieren sich ja auch daran. Aber uns ist das Original dann doch lieber. Aber wir haben das Gefuehl das man sich bei uns einfach mehr mit Problemen befasst, das Themaoder Problem auseinander nimmt. Klar es gibt nicht immer gleich eine Loesung und nicht jeder ist mit dem Ergebenis zufrieden. Und doch glauben wir, das Kopf in Sand stecken nicht hilft und auch "No Worries" ist nicht immer die Loesung. Wir verlassen diese No Worries Kultur gluecklich ueber die Zeit die wir hier hatten, aber es ist Zeit fuer was neues.
Nehmts uns nicht krumm...
Jetzt aber mal ein paar Fakten:
Unsere Route:
Sydney - Melbourne - Cape Otway, Koroit, Tantanoola (Great Ocean Road) - Coroon Nationalpark - Adelaide - Barossa Valley - Port Augusta - Coober Pedy - Penong (SA) - Eucla & Mundrabilla (Nullarbur) - Norseman - Esperance (Cape Le Grand Nationalpark) - Denmark - Walpole (Valley of the Giants) - Margret River - Perth - Ceraton (Pinnacles) - Geraldton - Kilbarri (Kilbarri NP) - Galena Bridge (near Bungle Bungle)- Lyndon River - Coral Bay (Ningaloo Reef Nationalpark)- Karratha - Port Hedland (big Mining Town)- Broome - Fitzroy Crossing (Aborigine Land)- Halls Creek (Kimberley) - Kununurra (El Questro Wilderness Park) - Lake Argyle - Katherine - Batchelor (Litchfield NP) - Darwin - Jabiru (Kakadoo NP) - Oenpelly (Arnhemland-Aboriginalland) - Daly Waters - Julia Creek - Mount Isa - Hughenden - Townsville - Cairns - Port Douglas - Mossman - Daintree (Daintree NP) - Cairns - Babinda - Bowen - Rockhampton - Tiaro - Bundaberg - Brisbane - Sydney`
Alle Kosten inclusive Uebernachtung, Verpflegung, Touren, Benzin... (ausser Flug)
54,70 A$ pro Person/pro Tag (in 171 Tagen)' das sind
33,60 Euro pro Person/pro Tag
Aber wir haben von unserem Konto in Deutschland nur 11 Euro pro Person/ pro Tag ausgegeben (das ist schon in den 35,60 Euro enthalten). Wir hatten ja damals mit 15-20Euro pro Person gerechnet. Wir konnten also Geld sparen und sind einmal um Australien gefahren. Das ist einfach super. Daraufhin haben wir uns entschieden unsere Reise zu verlaengern. Wir werden laenger in Suedamerika bleiben und vorraussichtlich erst nachstes Jahr im April oder Mai zurueckkommen.
Allein fuer Benzin haben wir 3491,85 A$ gezahlt. Wir sind mit unserem Mistkaefer 19.157 km gefahren.
Wir haben in 4 Hostels uebernachtet. Wir haben an 51 verschiedenen Plaetzen auf unserer Rundreise uebernachtet, davon waren nur 10 Zeltplaetze. Ansonsten auf den freien Campingareas. Duschen meistens irgendwo am Strand oder mal schnelle ungemerkt auf einem der Campingplaetze.
Heiko und Nicole

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