Aussiland 1
Start 2. Maerz 2008
Wir sitzen im "Peterpans", einem Internetcafe hier um die Ecke, und schauen uns mal wieder die Bilder von Laos an, und schwelgen in Erinnerungen. Jeder fuer sich. Wir vermissen Asien!
Auf dem Flughafen in Sydney traf uns der Schlag, wie teuer hier alles ist. Der Transport in die Stadt 12 A$. Das Hostel pro Nacht, pro Person 23 A$. Im Hostel schlafen wir in einem 10 Bett Dorm. Das Hostel hat Bettwanzen, wie so viele hier. Wir hoffen wir werden verschont. In der Kueche gesellen sich zu den jungen Travellern und coolen Surferjuppies die Kakerlaken. No worries, das ist normal. Die Wirklichkeit hat uns wieder?!
Gleich am ersten Abend hoeren wir uns an, was die Traveller hier so zu erzaehlen haben. Jeder hat gehoert , von irgendwo von irgendjemand, im Westen kann man besser Arbeit finden. In Sydney ist das fast unmoeglich. Man muesste weiterreisen. Und dieser und jener Job ist gut bezahlt.
Sydney ist eine dynamische Stadt. Alles ist so neu und so gross. Die Gebaeude, die Strassen, die Geschaefte. Ein normaler Kiosk hat hier die Groesse von einem Supermarkt.
Die Oper ist wunderschoen. Bis ins Detail ausgetueftelt. Wir waren total beeindruckt und lagen gegenueber auf der Wiese vom botanischen Garten, und genossen
Wir entschieden uns nach drei Tagen weiter nach Melbourne zu reisen. Weil wir eigentlich eher die Westkueste bereisen wollen. Und versuchen wollen in Melbourne Arbeit zu finden. Mit unseren neuen Studentenausweisen, aus Bangkok ;-), bekommen wir eine Ermaessigung von 25 $ pro Fahrkarte, fuer den Zug. Die Fahrt dauert 12 Stunden. Lange Strecken zu fahren sind wir ja inzwischen gewoehnt. Und diese war wirklich sehr angenehm und kompfortabel.
Wir hatten unseren Kaffee und unsere belegten Brote dabei. (Auch das ist jetzt anders. Wenn in Asien der Bus gestoppt ist, konnte man an den kleinen Staenden was kaufen oder man kaufte frisches Obst von den Kindern.) Heisses Wasser fuer den Kaffee bekamen wir vom
Ueberhaupt treffen wir ueberall Deutsche. Australien ist ueberschwemmt von Deutschen Kids. Tim, unser Herbergsvater sagte uns, die Deutschen muessen aufhoeren mit Nachwuchs zeugen. Seit 4 Jahren ist es eine nicht aufhoerende Flut von Deutschen an erster Stelle, dann Englaendern und Iren. So kann man hier ausgezeichnet sein Deutsch verbessern. Wir treffen aber auch auf Franzosen, Koreaner, Japaner und Russen. Hier ist ein franzoesischer Junge, Jeffrey, er hat hier in den Hostels auch Deutsch
Dann begann die Jobsuche. Internet, Zeitungen usw. wurden durchgekaemmt. Nicole arbeitete 2 Tage in einem Exhibition Center, wo Messen stattfinden und baute Stellwaende auf. "Und es war ein echt tolles Gefuehl, mal wieder eine Bohrmaschine in der Hand zu halten". Nach einem Tag im Bistro und Housekeeping im Hotel, arbeiten im Restaurant, fand sie einen Job in einer Cateringfirma.
Heiko: "Nach meiner bisherigen nicht so erfolgreichen Jobkarriere, als Bretteraufsteller und Fleischschneider habe ich mich, wie einige schon wissen, als Autowaescher bei AVIS beworben. Und tatsaechlich, nachdem meine Erfahrungen ausreichten einen Staubsauger zu benutzen und ein Fenster zu putzen, hatte ich den Job. Dann ging es auch schon am naechsten Tag los und ich durfte mich an all den Autos austoben. Es ist ja nicht so, dass es ein schwieriger Job waere, aber es ist unglaublich anstrengend, wenn man 10 Stunden am Tag Autos sauber macht und das in einem Tempo, dass man in 3 Minuten ein Auto fertig haben muss. Was mir aber das Leben schwer gemacht hat, waren zum einen die verschiedenen Autogruppen zu erkennen, da verschiedene Groessen verschiedenen Buchstaben zugeordnet werden mussten. Das ging so weit, dass ich nachts davon getraeumt habe, ob das A-D-F oder doch X ist. Zum anderen ist es nicht so einfach Australier zu verstehen, vor allem uebers Telefon, welches wir oefter benutzen mussten, da das Buero oben, nach unten in die Waschstrasse anrufen musste, um irgendwelche Autoinformationen einzuholen. Und es bringt auch nichts oefter nachzufragen denn wenn sie versuchen es auf verschiedene Weise zu erklaeren, hoert es sich einfach nicht so verstaendlich an, sodass ich damit etwas anfangen koennte. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt aus dem Haufen Englisch das herauszuhoeren, was ich glaubte, fuer sie wichtig sei."
Wir arbeiten nun beide mindestens 10 Stunden am Tag, und wollen das noch bis Mitte Mai durchziehen. Dann koennen wir starten, Australien zu bereisen. Wir haben uns vor zwei Wochen einen Campervan gekauft. Fuer 4600 Dollar. Das sind 2600 Euro. Es ist ein Ford Econvan, '96er Baujahr. Wir mussten noch die Kupplung reparieren lassen und jetzt ist unser Van in richtig guter Form. Und das Beste ist, alles was man zum Campen braucht, ist schon dabei. Wir haben ein eingebautes Bett, ein zusaetzliches Zelt, Klimaanlage, einen Gaskocher, einen Tisch, zwei Stuehle, zwei Bodyboards, komplettes Kochgeschirr, Strassenkarten von ganz Australien und einen Campingfuehrer und noch vieles mehr. Yeah.
Aber was haben wir so erlebt? Wir versuchen Euch mal ein Bild zu geben...
Wir leben jetzt seit 7 oder 8 Wochen im "Jacksons Manor", in St. Kilda, Melbourne. Die ersten 4 Wochen haben wir getrennt in Dorms geschlafen. Aber seit wir eigentlich unsere Jobs haben, wohnen wir in einem Doppelzimmer. (Tim, einer der Herbergsvaeter)
(Anett und Tobi)
Peter Baker, 19, Suedengland. Peter Baker denkt
er braeuchte keine Fremdsprache lernen. Er koenne ja schon Englisch. Und alle wuerden ja schon Englisch sprechen. Er versteht natuerlich das wir das noch lernen muessen, er aber nicht. Mr. Baker fragt uns wann wir fruehstuecken wuerden. Ob er 4 Scheiben Brot haben koenne? Und Butter, Kaese und Salatblaetter wenn wir haetten. Senf und Eier? Als wir ihn fragen, warum er sich nichts kauft, sagt er, das waere Bloedsinn jetzt was zu kaufen wo er doch in ein paar Tagen weiterreist. Peter Baker moechte gerne zum Grand Prix und hat gehoert das Schueler und Studenten Ermaessigungen bekommen. So lauert er in einer Schule ein paar Kids auf, und besticht sie, ihm eine Karte zu kaufen. Abends hat Peter Baker Kopfschmerzen. Ob wir nicht was haetten? Ein paar Tabletten, gleich ein paar fuer jetzt und fuer morgen und auch was gegen Magenschmerzen.
Eines Morgens kommt Nicole in das Esszimmer, das mit der Kueche verbunden ist. Hinter der Kueche ist noch ein Raum, wo man rauchen kann. Schon im Flur hoert sie Musik. Gitarrenmusik. Richtig gut. Im Raucherzimmer haben sich die Iren versammelt und sind feste am Feiern und Trinken. Der Gun (billiger Wein in Australien, abgefuellt in 4 liter Pappkartons), Whiskey, Rum und Cola stehen auf dem Tisch. Sie spielem Gitarre und singen lauthals. Es ist 10.00 Uhr morgens. Tim, einer der Herbergsvaeter (er hat immer die Nachtschicht) stapft im Bademantel in die Kueche und schreit: "Haltet den Rand. Ich will schlafen." Die Gitarren verstummen, um eine Diskussion anzufangen, aber nach 2 min gehts weiter, als ob nichts gewesen waere. Einer der Iren hatte dann Idee sich mit einem anderem Iren zu hauen. Vor der Tuer. Ich sehe vom Kuechenfenster vor mir einen Berg Iren, ca. 10 Kerle aufeinander, sich raufend. Dieser Haufen entwirrt sich etwas und das lose Wollknaeul bewegt sich Richtung Strand. Eine halbe Stunde spaeter stehen sie triefend nass wieder in der Kueche, laut plaerrend zu Gitarrenmusik singend. Ich gehe dann zur Arbeit. Diese Szenerie wiederholt sich noch oft in den naechsten Wochen. Die Iren sind da. (unten:Tobi, Anett, Daniel, Pat und Taka)
Am 25.4. war ANZAG Day, ein nationaler Feiertag. Es soll an die australischen und neuseelaendischen Gefallenen im 1. + 2. Weltkrieg erinnern und gedenken. An diesem Tag waren besonders viele Schlaegereien auf den Strassen. Und bei uns im Hostel ging es auch wieder rund. Aaron, einer der Iren war wieder so besoffen, das er anscheinend nicht nachvollzog in welchen Raum er ging. Es war jedenfalls nicht die Toilette, denn er pinkelte einem anderen auf den Kopf. Der war natuerlich richtig sauer. Manchmal wachen wir in der Nacht auf, weil sie irgendwelche Besoffenen, die nicht mehr laufen koennen, die Treppe hochtragen. Und das ist garnicht so leicht, auch wenn man nuechtern ist. Manchmal klopfen sie nachts an unsere Tuer und fragen ob wir den und den gesehen haetten. Sie haben ihren Kumpel verloren. Er lag doch eben noch hier. Nein, wir haben ihn nicht gesehen.
Eines Morgens, Heiko will zur Arbeit, liegen Englaender und Iren in der Kueche und im Esszimmer auf dem Tresen und auf den Tischen umher und trinken. Sie kommentieren wie Heiko sein Muesli isst. Am Abend ist Strippoker angesagt. Mindestens 3 sind komplett nackt. Sie fotografieren sich gegenseitig. Und tanzen Buggi Buggi.
Es ist schon lustig. Im Nachhinein oder manchmal auch schon in der jeweiligen Situation. Die meisten Backpacker kommen direkt von Mama zu Hause, haben ihre Schule beendet und drehen hier erstmal richtig ab. Na Unseretwegen.
(Hier versuchen wir Lawn Bowl zu spielen)
(Simon, Heiko, James, James, Niki und Jess)
An einem anderen Tag sind wir zu einem Kulturfestival gefahren. Aborigines, Maoris, Fidschis, Indonesier und Afrikaner zeigten ihre Volksmusik und Taenze. Das war grossartig.
Es ist immer wieder schoen die beiden zu treffen. Die beiden stecken gerade in ihren Hochzeitsvorbeieitungen und Heiko wird wohl ihr Kleid naehen, nachdem er schon in Vietnam den Stoff ausgesucht hat.
(Daniel, der Tellerwaescher und Anett)
(ganz oben:Probekleid)
(oben: Geburtstag von Jess Vater)

<< Startseite