Laos 2
Knut, den wir ja schon in Mui Ne getroffen haben, unser cooler Surfkollege, war auch hier. Und schon am ersten Tag in Vientianne waren wir zu einer kleinen Hauszeremonie eingeladen. Es waren ehemalige Arbeitskollegen von Knut, der mal fuer laengere Zeit hier gelebt hat.
Sie wollten Knut ehren und ihm deutlich machen das er immer wieder in Ihrem Haus willkommen sei. Und eben auch all seine Freunde. Seine
Freunde wuerden auch ihre Freunde sein. Um dies zu symbolisieren werden geweihte Armbaender, von einem kleinen verzierten Baum abgenommen, und dir um das Handgelenk gebunden. Dabei wuenscht du ihm oder ihr alles Gute der Welt. Wenn man das mit allen Falilienmitgliedern macht, hat man am Ende den halben Unterarm voll mit weissen Armbaendern.
Zwei der Frauen die dort waren haben in Ostdeutschland studiert und so konnten wir sogar Deutsch sprechen und sie konnten nach Jahren endlich mal wieder ihr Deutsch ueben. Grossartig.
Am naechten Tag waren wir zu einer Hochzeit eingeladen. In der Trockenzeit sind viele
Hochzeiten in Laos, erzaehlte uns Knut. Aber das wir eine Gelegenheit bekaemen wuerden dabei zu sein, das fanden wir aufregend.
Nicole bekam von Nout, einer Kollegin von Knut, einen traditionellen Rock mit Schaerpe geliehen und so machten wir uns auf den Weg. Auf dem Weg platzte der Reifen vom Moped. Das passierte uns nicht zum erstenMal. Wir fahren gleich rechts ran, ueberall flickt dir jemand fuer ein paar Kip den Reifen. Und weiter gehts.
Die Zeremonie einer laotischen Hochzeit findet nachmittags statt. Im Haus eines der Familienmitglieder. Sie sind nur mit der engsten Familie zusammen und ein Moench besiegelt ihr Versprechen. Am Abend kommen die Gaeste und das Paar muss alle begruessen und einen Trink mit Ihnen nehmen. Das ist ganz schoen Arbeit. Dann wurde getanzt. Und zwar im Kreis. Die Maenner mit dem Ruecken zur Kreismitte und die Frauen Ihnen zugewandt. Sie wiegen sich zu der Musik und machen echt gelenkige Bewegungen mit Ihren Handgelenken. Das haben wir
Spaeter wurde nicht mehr im Kreis gatanzt sondern in der Reihe und alle tanzen dieselben Schritte.
Heiko musste reichlich Reisschnaps trinken. Die Asiaten trinken ganz schoen viel. Puh...
Am Montag war es dann Zeit fuer Heiko ins Kloster zu gehen. Knut und Heiko bekamen Ihren "Stundenplan" und los gings im TukTuk ins abgelegene Kloster. Knut, der mit zum meditieren kam, wollte unabhaengigig bleiben und bevorzugte es mit seinem eigenen Motorbike zu fahren. Nach zwanzig Minuten Fahrt kamen wir endlich an und es praesentierte sich mir ein wirklich ruhiges Stueckchen Erde. Unser Lehrer, Ajan, nahm uns in Empfang und
und zeigte uns unsere Unterkuenfte, in denen wir es uns fuer die naechsten Tage gemuetlich machen konnten. Da es bei der Meditation auch mit darauf ankommt nicht zu viel zu sprechen wurden wir in zwei verschiedenen Bungalows untergebracht, was uns aber waehrend der Woche nicht daran gehindert hat, uns gegenseitig zum Kaffee einzuladen. Nachdem wir in unserem neuen Heim angekommen sind, wurden wir dann gegen sechs Uhr zu unserer ersten Meditation gebeten, in der uns Ajan die grundlegende Technik erklaerte. Das hiess, wir fingen mit einer Sitzmeditation an und gingen eine Stunde spaeter zu der Laufmeditation ueber, die ebenfalls eine Stunde dauerte. Fuer mich war das echt ganz schoen schwierig zu versuchen, meine Aufmerksamkeit nur auf meine Bewegung in meinem Unterleib/ Magen zu lenken. Und ganz ehrlich, ich war echt abgelenkt, von allem, was so um mich herum passierte. Man glaubt ja tatsaechlich, oder ich tue es, das wenn man an einem abgelegenen Ort wie dieses Kloster ist, gibt es nur Ruhe, hahahaha. Da gibt es viel mehr als das.
Und so wurden saemtliche Geraeusche wie Hahnengeschrei, fallendes Laub, Laufgeraeusche anderer Moenche und so weiter zu meiner taeglichen Herausforderung, der ich mich stellen musste, um mich nicht davon ablenken zu lassen. Wenn man aber dann doch eine gewisse Ruhe in sich erreicht hat, ist das naechste Uebel die Gedanken, die einem im Kopf herumgehen, von denen man sich aber auch nicht ablenken lassen sollte. Und so sassen wir da Knut und ich und versuchten unser Bestes. Ich habe es ab und zu geschafft alles um mich herum hinter mir zu lassen und das war echt toll.
Jeden Tag hat um vier Uhr ein Moench, oder eine Nonne eine Glocke gelaeutet um uns zu sagen, dass es Zeit ist fuer die erste Meditation. So machte ich mich fertig und um halb fuenf sass ich dann mit Knut in der Meditationshalle und der Tag hatte fuer uns begonnen. Nach eineinhalb Stunden wurden wir zum Fruehstueck von unserem Lehrer abgeholt. Danach ging es dann um acht Uhr weiter. Das war auch die laengste Sitzung, die naehmlich bis um halb elf ging. Dann wurden wir wieder zum Essen geholt und hatten danach eine Stunde Mittagspause. Das war auch meistens die Zeit, in der ich mich mit Knut zu einem Kaffee traf, denn es ist ja auch was schoenes, wenn man mal quatschen kann. Um ein Uhr waren wir wieder dran unsere Konzentration zu schaerfen und hatten wieder zwei Stunden Meditieren vor uns. Um drei dann, hatten wir alle zwei Tage ein Interview mit unserem Lehrer der uns nach unseren Erlebnissen waehrend unserer Meditation fragte. Auch konnte man ihn zu seinen eigenen Problemen befragen, die waehrend der Einheiten so aufkamen. Danach hatten wir wieder bis um sechs Uhr frei und bekamen in dieser Zeit meistens einen Becher heisse Sojamilch, da die Moenche nach zwoelf nichts mehr essen duerfen aber eben doch Hunger haben. Um sechs dann ging es zur letzten Meditation, die bis um acht ging und danach war dann Bettruhe angesagt, welche man sich auch echt verdient hatte, da meditieren ganz schoen anstrengend ist.
Nach fuenf Tagen hat Knut den Tempel verlassen, weil er fuer sich fand die ersten Basics verinnerlicht zu haben, und ausserdem hatte er auch begrenzt Zeit, sodass fuer ihn Zeit wurde sich aufzumachen. So hatte ich zwei Tage fuer mich alleine und habe dann ebenfalls am Sonntag nach einer etwa eineinhalb Stuendigen Zeremonie mit Gewand ablegen, Baum pflanzen und einer Spende die ich feierlich uebergeben hatte, den Tempel verlassen. Es war eine grossartige Erfahrung und ich bin happy und froh, dass ich in Laos in einem Tempel sein durfte.
Nicole reiste unterdessen weiter in den Norden. Ein kurzer Stopp in Vang Vieng, der mich sehr an die Landschaft in Suedchina (Yangshuo) erinnerte. Die Landschaft war einfach schoen. Mann konnte eine Menge Dinge unternehmen. Klettern, sich auf einem Reifen den Fluss hinuntertreiben lassen, die ortsnahen Hoehlen besuchen, wandern... Ich entschied mich mit dem Fahrrad zu den Hoehlen zu fahren. Die Hoehlen haben meistens kleine Lagunen mit kristallklarem Wasser. Ansonsten war der Ort Vang Vieng nicht gerade spektakulaer. Viele besoffene junge Leute, die den Tag ueber auf dem Fluss waren und schon gut angeheitert waren. Und abends entweder weitertranken oder Fernseh schauten. Gruselig. Zwei Tage spaeter entschied ich mich nach Luang Prabang weiterzureisen.
Luang Prabang ist die Vat-aktivste Stadt in Suedostasien. Ueberall sieht man die Moenche, sie gehoeren hier zum alltaeglichen Erscheinungsbild der Stadt dazu.
Ich fand ein kleines Hostel am Nam Khan und besuchte jeden Tag einer der zahlreichen Vats, nahm mir die Zeit den Moenchen beim Beten zuzuhoeren und mit den Menschen zu sprechen. Abends im Hostel wurde es nie langweilig. Es gab eine Menge Leute, mit denen man quatschen, sich austauschen konnte. Jeden Tag ging ich zum Phousi Berg, wo die Kinder Armbaender verkaufen. Irgendwann kannten sie mich schon und ich sang mit Ihnen Lieder. "Yello Submarine", oder das beruehmte Hannoverlied. Was sie sich aufschrieben und auswendig lernten. So begruessten sie mich schon von weitem "Miss, sing song" Und jeden Tag wieder und wieder.
Heiko kam ungefaehr eine Woche spaeter und wir besuchten
den Kuang Xi Wasserfall, der sich auf mehrere Ebenen erstreckt. Matt und Nicki waren auch mit von der Partie. Sie sind mittlerweile auch in Luang Prabang gelandet.
Auch Moenche muessen emails checken
Vat Xieng Thong, Weltkulturerbe. Der aelteste und bedeutendste Vat in Luang Prabang
Dogeo und Ong wie sie das Hannoverlied singen

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